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Process-Timer

Process-Timer

In vielen Prozessen werden Dosierungen periodisch durchgeführt oder durch externe Ereignisse gestartet. Fast immer müssen zeitversetzt zur Dosierung begleitende Aktionen wie zum Beispiel das Einschalten eines Rührwerkes vor der Dosierung ausgeführt werden. Oder eine Dosierstation soll einem Prozess beigestellt werden und als selbständig funktionierende Einheit  arbeiten. 

Der ProMinent Process-Timer wurde speziell für diese Aufgaben konzipiert, die bisher nur mit speicherprogrammierbaren Steuerungen realisiert werden konnten. Die Dosierleistung (Hubfrequenz) sowie die Betriebsart der Pumpe können durch den Process-Timer eingestellt bzw. verändert werden. Zusätzlich lassen sich die beiden optionalen Relais zur Schaltung peripherer Geräte in das Programm integrieren. Da dieses völlig unabhängig von den eingestellten Dosierzeiten erfolgt, können neben den o.g. Beispielen auch Überwachungsaufgaben (z.B. Alarm, wenn innerhalb eines vorgegeben Zeitraumes kein Steuerkontakt eingeht) mit Hilfe des Process-Timers gelöst werden.

Betriebsvarianten

Beim zeitgesteuerten Betrieb der Pumpe arbeitet der Timer wahlweise im Stunden-, Tages-, 
Werktages-, Wochenend-, Wochen-, oder 2-Wochen-Rhythmus. Neben dem Starten und Stoppen der Pumpe kann auch die Betriebsart gewechselt sowie ein oder zwei der optional lieferbaren Relais geschaltet werden. Damit ist es z.B. möglich, vor dem Dosieren ein Rührwerk einzuschalten und, falls erforderlich, auch nachlaufen zu lassen.

Völlig neue Perspektiven ergeben sich für die ereignisgesteuerte Variante des Timers. Hier wird auf einen externen Startkontakt hin oder zu einer vorher festgelegten Uhrzeit ein Programm gestartet, das aus bis zu 80 verschiedenen Punkten wie Pumpe Start, Stop, Umschaltung auf externen Kontaktbetrieb für eine vorgegebene Zeit u.s.w. bestehen kann. Auch hier können Relais in das Programm mit einbezogen werden können.

Durch die Überlagerung der beiden Varianten sind den Einsatzmöglichkeiten praktisch keine Grenzen gesetzt. Der integrierte Timer kann Programmsteuerungen, die mit herkömmlichen Zeitschaltuhren arbeiten, komplett ersetzen. Neben der Kosteneinsparung ist vor allem auch die Platzeinsparung ein Vorteil - und das alles bei Schutzart IP 65!

Anwendungsbeispiel 1: Schockdosierung von Bioziden im Kühlkreislauf

Im Kühlkreislauf wird in periodischen Abständen eine Schockdosierung von Biozid zur Vermeidung von Bakterien- und Algenbildung durchgeführt. Während dieser Dosierung kann der Leitwert des Kühlwassers bis zur vollständigen Verteilung des Biozids so weit ansteigen, dass die automatische Absalzung eingeleitet wird. Um dieses zu vermeiden, muss sie ab dem Zeitpunkt der Dosierung sowie einige Stunden danach deaktiviert werden. In manchen Fällen wird grundsätzlich vor der Schockdosierung eine Zwangsabsalzung durchgeführt. Der Zeitraum bis zur nächsten Leitwert gesteuerten Absalzung wird dadurch verlängert und die Effektivität der Bioziddosierung erhöht. Es kommt eine Dosierpumpe der Baureihe gamma/ L oder Sigma mit Process-Timer und zwei Relais zum Einsatz, zusätzliche Steuergeräte sind nicht erforderlich. 

Anwendungsbeispiel 2: Zerstäubung von rußlösenden Substanzen im Abgasstrom von Schiffen

Im Abstand von 4 – 6 Stunden werden rußlösende Chemikalien dem Dieselabgas zugegeben. Diese verhindern, dass sich die im Schiffsschornstein eingebauten Wärmetauscher zusetzen. Um eine große wirksame Oberfläche zu erreichen, wird die Chemikalie mit Luft zerstäubt. Die Dosierpumpe gamma/ L mit Process-Timer öffnet gleichzeitig mit Beginn der Dosierung über das eingebaute Relais das Magnetventil für die Zerstäuberluft. Nach Zugabe der gewünschten Dosiermenge bleibt das Magnetventil noch eine Minute geöffnet, um die Düse von der Chemikalie freizublasen und eine Verstopfung zu vermeiden.

Anwendungsbeispiel 3: Automatische Entlüftung nach längerem Pumpenstillstand

Bei der Dosierung ausgasender Medien kommt es nach längerem Pumpenstillstand zur Gasbildung in der Saugleitung. Dies kann beim Wiederanlauf der Pumpe zum Ausfall der Dosierung führen. Hier wird eine Dosierüberwachung Flow-Control eingesetzt, die jeden Dosierhub einzeln rückmeldet. Wenn keine Rückmeldung innerhalb einer vorgegeben Zeit erfolgt, wird die Pumpe auf Maximalfrequenz geschaltet, um die Luft möglichst schnell aus dem Dosierkopf zu entfernen. Wird nach einem weiteren Intervall, das ebenfalls individuell einstellbar ist, immer noch kein Dosierhub von der Dosierüberwachung registriert, stoppt der Process-Timer die Pumpe und über das Relais wird eine Fehlermeldung abgegeben.

Bei Dosierungen gegen höheren Druck ist es nicht möglich, gegen Druck anzusaugen bzw. Gas aus dem Dosierkopf die Druckleitung  zu pumpen. Hier wird eine Entlüftungsmöglichkeit über eine Bypassleitung von der Druckseite der Pumpe zurück in den Behälter empfohlen, in der ein Magnetventil eingebaut ist. Die Entlüftung erfolgt periodisch, wobei der Process-Timer die Pumpe auf Maximalfrequenz schaltet und gleichzeitig das Magnetventil in der Bypassleitung öffnet.

Programmier-Software für umfangreiche Programmabläufe

Alle Möglichkeiten des Timers sind über die Tastatur der Pumpe zugänglich und nutzbar. Da mit dem Timer auch sehr umfangreiche Programmabläufe realisiert werden können, wird ein Programmierkit angeboten, das die Eingabe der Parameter per PC bzw. Laptop erlaubt. Das fertige Programm wird dann mit dem USB-Adapter in die Pumpe eingespielt.